Glasblasen in der Glashütte Schmidsfelden Teil 2

Unser Besuch in Schmidsfelden

Im zweiten Teil (wir berichteten) unseres Blog’s zum Besuch in der Glashütte Schmidsfelden berichten wir über die weiteren Arbeitsschritte bis hin zur Fertigstellung „unserer kleinen Kunstwerke“.

Nachdem man das Glas aus dem Ofen entnommen hat, wird der Ofen wieder durch den Assistenten mittels Fusspedal verschlossen. Durch ständiges drehen der Glasmacherpeife wird verhindert dass das zähflüssige Glas von der Pfeife runterläuft. Nun wird die Pfeife auf einer speziellen Halterung auf einer Werkbank unter ständigen drehen abgelegt.

holzform

Holzform für die Rundung der Glaskugel

Dann ist es auch schon soweit – während die Pfeife weiter leicht gedreht wird, wird dem Glas „Leben eingehaucht“. Einmal vorsichtig leicht Blasen bis der Assistent am Ende der Pfeife die erste Luftblase erkennt. Diesen Vorgang wiederholt man dann – je nach Glasmenge und gewünschter Form des Artikels mehrmals-solange das Glas in einem bearbeitbaren Zustand ist.

Wenn ein größerer Artikel geplant ist, wird zwischenzeitlich einfach nochmal Glas wie vorhin beschrieben aus dem Ofen geholt. Um eine Glaskugel möglichst rund zu bekommen werden zur Unterstützung entsprechende Holzformen eingesetzt (siehe Foto). Man dreht dann die Glasmacherpfeife entsprechend in der Holzform.

Farbige Glasbrocken

farbige-glasbrocken

Glasteile mit eingearbeiteten Farbbrocken

Sollte die Glasmenge für das geplante Produkt ausreichen, das Glas jedoch schon soweit abgekühlt sein das es nicht mehr weiter bearbeitet werden kann besteht die Möglichkeit das Glas an einem kleinen Brennofen nochmals zu erwärmen. Dieser Ofen wird dann auch mittels Fusspedal geöffnet. Es empflielt sich hier allerdings unbedingt eine dunkle Schutzbrille aufzusetzten da die Flamme des Ofens extrem hell ist. Sobald das Glas wieder eine rötliche Farbe hat kann es zur weiteren Bearbeitung aus dem Feuer genommen werden. Dieser Prozess ist auch notwendig wenn man z.B. kleine farbige Glasbrocken in das gewünschte Produkte einfügen möchte. Man taucht dabei das heiße Glas in kleine farbige Glasbrocken und nimmt es u.a. durch leichte Drehbewegungen auf. Die Glasbrocken in den unterschiedlichsten Farbtönen befinden sich in der Regel in kleinen flachen Schüssel. Sobald die Glasbrocken auf dem heißen Glas sind, wird das auf der Glasmacherpfeife befindliche Produkt wieder zur Erhitzung in den kleinen Brennofen gehalten. So verschmelzen die farbigen Splitter mit dem Glas.

Abtrennung des Glases

Als nächstes muss unbedingt der Vorgang der Abtrennung des Glases von der Pfeife vorbereitet werden. Dazu ist es notwendig das die Glasmacherpfeife (das drehen nicht vergessen!) wieder auf der speziellen Haltertung auf der Werkbank abgelegt wird. Es wird weiter gedreht und dabei mittels einer Art Schere das Glasprodukt an der Übergangstelle Pfeife/Glasprodukt langsam eingeritzt. Dieser Prozess ist unter Umständen mehrmals zu wiederholen (im Wechsel mit der erneuten Erhitzung) bis die Schnittkante die notwendige Tiefe erreicht hat.

Im heutigen Blog haben wir weitere Arbeitschritte beim Glasblasen erläutert. Weiter geht es dann in unserem Blog Teil 3.

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